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Pressenachricht des Nordkurier vom 02. März 2012

Auf den ersten Blick haben die Begegnungsstätte "Engelscher Hof" in Röbel und das Kloster Malchow kaum Berührungspunkte. Dennoch: In diesem Jahr wird es erstmals eine Zusammenarbeit geben, die auch an ein dunkles Kapitel deutscher und Malchower Geschichte rührt.
In seinen Gemälden hat der ehemalige Malchower Peter Hesse die schlimmen Erlebnisse seiner Kindheit nicht verarbeitet, vergessen aber waren sie nicht. Peter Hesse war Jude, lebte mit seiner Familie in der Güstrower Straße in Malchow und musste seine Heimatstadt unter dem Druck der Nationalsozialisten verlassen. Seine Familie siedelte 1935 nach Palestina aus. Peter Hesses Arbeiten kehren nun in die Inselstadt zurück und werden noch in diesem Jahr zum ersten Mal dort zu sehen sein: In den neuen Räumen des Malchower Klosters. »Peter Hesse, der als Kunstherapeut gearbeitet hat, hätte sich über diese Ausstellung ganz sicher gefreut«, meint Robert Kreibig, der Hesse noch zu Lebzeiten kennen gelernt hatte und der eine Ausstellung im "Engelschen Hof" in Röbel organisiert hatte. Vor einigen Jahren, kurz vor Eröffnung der Schau, starb Peter Hesse, seine Witwe nahm an der Eröffnung teil. »Peter Hesse hat auch Malchow besucht. Ich war dabei, als er sein Elternhaus in Malchow wiedersah, ein bewegender Moment«, erinnert sich Robert Kreibig. Im "Engelschen Hof" in Röbel wird an das Leben und das Schicksal der Juden in Mecklenburg erinnert, auch Dokumente von Peter Hesse sind dort zu finden. Robert Kreibig vom Trägerverein quot;Land und Leute e. V." hütet den künstlerischen Nachlass Hesses.
Peter Hesse wünschte sich zunächst, dass in seinem ehemaligen Malchower Elternhaus seine Bilder gezeigt werden könnten. Doch schwierige Verhandlungen über die Rückgabe des Gebäudes, die nach Angaben Kreibig mittlerweile abgeschlossen sind, verhinderten dies. »Nachdem nun im Malchower Kloster die wunderbaren Ausstellungsräume geschaffen wurden, ist die Zeit dafür gekommen, seine Bilder auch in Malchow zu zeigen«, freut sich Robert Kreibig. Und Katja Jensch, Leiterin der Ausstellung Regionaler Künstler im Kloster Malchow, ist glücklich darüber, dass diese Ausstellung zustande kommt. »Wir planen, sie zum Volksfest zu eröffnen. Ich finde es sehr wichtig, mit dieser Ausstellung auch an das Schicksal der Malchower Juden zu erinnern«, sagt sie. Beide Häuser - sowohl das Kloster Malchow als auch die Begegnungsstätte "Engelscher Hof" Alte Synagoge in Röbel - wollen auf die Ausstellungen des jeweils anderen verweisen. »Sicherlich ist es für Besucher der Röbeler Synagoge interessant, sich die Hesse-Bilder in Malchow anzuschauen, genauso wie wir hoffen, Besucher unseres Klosters für die Röbeler Ausstellung zur Geschichte der Mecklenburger Juden interessieren zu können", macht Katja Jensch deutlich.

Petra Konermann