Klosteransicht
Klosterlogo

Sieghard Dittner


In seinen autobiografischen Notizen schreibt Dittner von den ersten prägenden Faktoren seines Lebens, die sich in seinem vielfältigen Werk wiederfinden. Er berichtet von »mütterlichen Geschichten« und »väterlichen Waldwegen«: die Mutter habe mit ihren Geschichten und Märchen seine Phantasie bereichert, während der Vater ihm die Natur nahe brachte. Als nicht weniger prägend kann man den Verlust der Heimat betrachten. Die Suche nach Heimat drückte sich in der intensiven Beschäftigung mit den Menschen und der Natur seiner neuen Umgebung auch künstlerisch aus. Eine weitere prägende Begegnung auf seinem künstlerischen Weg war die mit Professor Herbert Wegehaupt an der Universität Greifswald, bei dem er mehrere Jahre an verschiedenen Lehrgängen teilnahm und der ihm zu einem Helfer und Freund wurde. Mit seiner weiteren Entwicklung schlug Sieghard Dittner einen eigenen Weg ein.
Das umfangreiche Werk aus 55 Schaffensjahren besteht aus Malerei, Zeichnung und Druckgrafik, aber auch aus baugebundenen Arbeiten und Keramik. Um 1970 war Sieghard Dittner am Aufbau des Zentrums Bildende Kunst in Neubrandenburg beteiligt, wo Künstlern verschiedener Ausrichtungen Werkstätten und Ateliers zur Verfügung gestellt wurden.
Mit seiner Frau Vilja, die mit ihm die Erfahrung, die Heimat zu verlieren, teilte, schuf er in den 1970er Jahren keramische Objekte: nach seinen oder gemeinsamen Entwürfen formte sie die Kunstwerke aus Ton. Eine Reihe von baugebundenen Arbeiten Sieghard Dittners ist in Malchow zu betrachten: hier schuf er großflächige Fassadenbemalungen auf Putz, die in der Fernwirkung einerseits an Holzschnitte und andererseits an Reliefs erinnern. Zu den jüngeren Kunstwerken gehört die Gestaltung des Festsaales des Blücherhofes (zwischen Waren und Teterow) mit Helmut Kranemann.
Dittners Werke zeigen deutlich seine Suche nach »Größe und Stille, die den Betrachter schweigen lässt« – so wie er es als Kind mit dem Vater in der Natur erlebt hatte.